Marketing

„If it works it´s out of date“ (Davie Bowie)

12.2.2024
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Christoph Jung

Was ich wachstumsorientierten Organisationen raten kann.

Wissen Sie, wer oder was „Secret Cyborgs“ sind? Nicht googlen!!!

Secret Cyborgs sind Mitarbeiter:innen, die ohne das Wissen des Arbeitgebers KI Tools nutzen.

Im Fall von ChatGPT haben in einer Bitkom-Umfrage in Deutschland 50% der Befragten angegeben, das Tool beruflich zu nutzen. Davon 33% mit Wissen des Arbeitgebers, 17% ohne das Wissen des Arbeitgebers.

In a nutshell:

Ein Großteil der 33% arbeiten in einer Unternehmenskultur, die Effizienz fördert und belohnt und sich rechtzeitig mit Erneuerung beschäftigt.

Die 17%, die es heimlich machen - make an educated guess - bei denen ist es wohl das Gegenteil, was die Unternehmenskultur betrifft, aber eben der eigene Antrieb, effizienter zu sein und vielleicht einfach weniger lang für Aufgaben zu brauchen.

Ich will hier aber gar nicht großartig auf KI, den daraus resultierenden Datenschutzthemen, feindlicher Übernahme durch Maschinen etc. herumreiten.

Eigentlich wollte ich mit den Cyborgs nur Ihre Aufmerksamkeit.

Denn:

KI ist nur EIN Thema, dass Organisationen, Managements, etc. am Tisch haben (sollten) und es als „good to do oder nicht“ bewerten müssen.

Es ist nämlich generell so - und ich sehe es naturgemäß eher mit der strategischen Kommunikationsbrille:

Es ist verdammt viel los, die Kommunikationswelt ist sehr schnell. Ich finde ehrlich gesagt zu schnell. Es ist überfordernd, es kommen jeden Tag neue Trends, manche bleiben, manche verschwinden ganz schnell wieder. Ich schreibe hier nicht nur über die digitale Welt. Es gibt ja auch noch die analoge. Und ein starkes Wechselspiel zwischen den beiden Welten (ja, man glaubt es kaum).

Ich arbeite jetzt seit 1995 im Bereich Kommunikation. Ich bin also älter als der Roll Out von E-Mail, dem www - und TikTok ist gegen mich ein Baby. Das erste Telefon, an das ich mich erinnern kann, war ein Festnetz mit Wählscheibe und ein sogenannter Viertelanschluss (das heißt, es haben sich 4 Wohnungen in einem Haus einen Kupferdraht geteilt, Nummer hatte man aber schon eine eigene ;) - heißt: es gab da so einen Knopf am Telefon, den musste man drücken und wenn es dann geklackert hat und ein Freizeichen kam, konnte man wen anrufen.

Das war übrigens auch die Zeit, in der man sich was ausgemacht hat und wenn man 5min zu spät war, hat man keine 10 Nachrichten geschickt und schnell noch 7-mal seine Verdauungsprobleme, berufliche Belanglosigkeiten oder den Blick aus der Straßenbahn mit andern über 13 WhatsApp Nachrichten und 12 Slackgruppen geteilt. Man war halt einfach ein bisschen zu spät. Wir haben es überlebt.

Und jetzt in die Gegenwart - schauen wir mal auf den beruflichen Kontext.

Wie oben schon gesagt:

Es ist verdammt viel los, die Kommunikationswelt ist sehr schnell. Ich finde ehrlich gesagt zu schnell. Es ist überfordernd, es kommen jeden Tag neue Trends, manche bleiben, manche verschwinden ganz schnell wieder.

Marketing / Kommunikations- etc. Verantwortliche sehen sich einer Flut aus Information, Ratschlägen, Trends und somit Entscheidungen ausgesetzt.

Jede:r, der oder die sagt „Bei mir ist das nicht so“, ist entweder eine:r der 0,1% Superstars oder hat resigniert.

Konkret sehe ich 3 Kernthemen:

1) Organisationen und ihre Entscheidungsträger haben ein allgemeines Verständnis für die sich aktuell verändernde Situation, können aber nur schwer einordnen, was das wirklich für sie selbst bedeutet.

2) Viele Organisationen denken, dass ihr Geschäftssegment spezifisch und nicht mit anderen vergleichbar ist und daher „spezielle“ Lösungen benötigt.

3) Der Fokus liegt stark auf Technologie und Tools sowie auf der „Das machen wir halt auch“ Aktivierung neuer Kanäle.

Während 1) nicht überraschend und verständlich ist, ist 2) einfach falsch (wir sprechen immer von den gleichen Menschen oder „Zielgruppen“, oder?) und 3) ist auch verständlich, sollte aber nie im Mittelpunkt stehen.

Es ist fast so, als ob „wir nicht wirklich wissen, was los ist und wie wir die Herausforderungen lösen können, aber lasst uns ein neues Tool ausprobieren und auch zu TikTok wechseln“ scheint das Heilmittel zu sein, aber – wenn das überhaupt was heilt, dann nur Symptome.

Aufgrund des oben erwähnten Überangebots an (auch SAAS-)Tools und Kanälen ist es leicht, die Verantwortung auf „das CRM“ oder „TikTok“ zu verlagern.

Was verpassen wir hier also? Was ist „the elephant in the room“?

Nun:

Organisationen (Menschen?) sind einfach nicht bereit und willens, sich zu verändern. Sie haben Angst und reagieren, statt zu handeln. Das ist kein Wunder.

Wir werfen mit ausgefallenen Abteilungs- und Berufsbezeichnungen herum, starten Aktivitäten, die zu keinen KPIs führen, und machen Technologie und Kanäle dafür verantwortlich, dass sie nicht die bestmögliche Leistung erbringen. Manchmal wissen wir nicht einmal, wie gut wir sein könnten, wenn wir mutigere strategische Schritte unternehmen würden.

Der Elefant im Raum ist die Unwissenheit, und das Unvermögen, Denkweisen und Strukturen an das Wachstum anzupassen.

Und zu verstehen, dass:

„Der Tag, an dem wir aufhören, uns um unseren Job, unser Geschäft oder ein Meeting zu sorgen, und uns stattdessen um den Erfolg unserer Kunden kümmern, ist der Tag, an dem wir wieder wachsen.“ (Donald Miller)

Und: Es ist durch Technologie und Tools sogar einfacher geworden.

Aber wie immer gilt: besser eine gute Balance als Schwarz/Weiß.

Damit ich selbst in Projekten fokussieren und supporten kann, Businessziele zu erreichen bzw. zu wachsen habe ich mir ein kleines Playground Model" überlegt.

Das ist nicht Rocket Science - auch weil ich denke, dass das auch alles nicht Rocket Science ist - solange - und dass unterscheidet das Playground Model durchaus - man sich bewusst ist, dass das Zentrum (Trommelwirbel) - unsere Kund:innen, User:innen, Mitmenschen sind.

Kleine Bedienungsanleitung:

Wenn ich weiß, dass meine Kernaudience jeden Tag mit der U-Bahn eine bestimmte Streckefährt, dann würde ich wohl im ersten Schritt überlegen, jeden Tag genau dort präsent zu sein.

Und ums mal ganz schwarz / weiß zu sagen -> nein, ich muss deswegen nicht gleich alle Kanäle die mir theoretisch zur Verfügung stehen bespielen. Vor allem nicht, wenn ich die Ressourcen dazu nicht habe und vielleicht auch das Know-How nicht.

Und somit schließt sich auch der Kreis, denn:

Wenn sich Organisationen / Unternehmen / Managements / Menschen diese generellenGedanken erst machen, wenn es ein gröberes Problem gibt und eben nicht, wenn ich inRuhe planen, entwickeln, etc. kann (vgl. „If it Works it ́s out of date“) - dann liebe Leute wirdes „Krisenmanagement“ und kein „angenehmer, sportlicher und strukturierter“Wachstumsprozess.

Technologie, KI, AI, Unternehmenskultur, ChatGPT, Kommunikation
Über den Autor
Christoph Jung
Selbständiger Unternehmensberater
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Geboren 1976. Er hat 29 Jahre Berufserfahrung und arbeitet momentan an Projekten in den Bereichen Tourismus, Kunst und Kultur, dem Entertainment Business sowie im Start Up Bereich. Auch wenn ein Ein-Personen-Unternehmen eigentlich keinen eigenen Firmennamen braucht, ist nobullshit.rocks bewusst und mit vollem Ernst gewählt. Echt.

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