Performance Marketing

UGC Creator: Das Ende der traditionellen Content-Erstellung?

14.8.2024
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Tobias Krammer

In den letzten Jahren haben wir eine beeindruckende Entwicklung bei der automatisierten Erstellung von Inhalten auf Social Media erlebt. Insbesondere dieses Jahr hat einen regelrechten Boom an AI-generiertem UGC (User Generated Content) hervorgebracht. Doch wird diese Entwicklung traditionelle Content-Creator:innen verdrängen?

Der Wandel im Content-Erstellungsprozess

Traditionell wurde UGC von echten Creator:innen erstellt, die für ihre Arbeit entsprechend entlohnt wurden. Konkret bedeutet dies: Produktionskosten, Produktionszeit und lange Feedbackschleifen zwischen dem Auftraggeber sowie der Produktion. Dank künstlicher Intelligenz können Inhalte nun in Windeseile und vor allem kosteneffizient über Apps erstellt werden.

Ein wesentlicher Vorteil der AI-gestützten Content-Erstellung ist die Vereinfachung aller damit bisher entstandenen Prozesse. Heute können Videos und andere Inhalte erstellt werden, ohne große (Zeit-)Budgets für die Produktion einzuplanen. AI-Tools ermöglichen es, schnell und effizient ansprechende Inhalte zu produzieren. Das Skript kann formuliert, von einem AI-Tool aufbereitet und schließlich zu einem fertigen Video zusammengestellt werden.

Qualität und Vielfalt der Inhalte

Ein weiterer bemerkenswerter Fortschritt ist die Qualität und Vielfalt der Inhalte, die durch AI-UGC-Tools erstellt werden können. Diese Tools sind mittlerweile so ausgereift, dass sie spezifische Sprachstile und Dialekte, wie etwa den österreichischen Dialekt, authentisch nachbilden können. Wir befinden uns also in einer perfekten Zeit, um diese Tools auszuprobieren und sie mit unseren Anwendungsfällen weiter zu verbessern.

AI UGC vs. „Echter“ UGC

Aber lässt sich ein Unterschied im Paid-Bereich zwischen „echtem“ und AI-generiertem UGC erkennen? Die Antwort darauf ist einfach und erstaunlich: Beide Arten von UGC performen gleich gut - auch bei Sales. Der einzige Unterschied liegt im Aufwand der Produktion und Fertigstellung des Contents. AI-generierter UGC ist zwar noch nicht perfekt und wird oft als generierter Content wahrgenommen, doch die kontinuierliche Weiterentwicklung der AI wird diesen Unterschied bald eliminieren.

So erstellst du deinen ersten AI-UGC-Content!

  1. Ziele festlegen
    Was will ich mit der Ad erreichen? Welche KPIs ziehe ich zur Bewertung heran? Die gesetzten Ziele sind entscheidend für den Art des Inhaltes sowie besonders die Hook des Videos
  2. Inhalt scripten
    Mithilfe von CustomGPTs kann man im Nu aus einer Idee ein passendes Script ausformulieren.  Wichtig ist hierbei auf die Originalität des Scripts zu achten. Je einzigartiger und innovativer die Idee, desto Wahrscheinlicher ist auch eine gute Performance des Creatives. Nach einer kurzen händischen Überarbeitung kann das Script auch schon in eines der unten angeführten Tools importiert werden.
  3. Mit einem AI-Tool das Video erstellen
    Anhand des Skriptes wird automatisiert das Video innerhalb weniger Minuten erstellt. Dafür musst du dir einen von vielen Avataren aussuchen sowie die Stimme wählen. Mittlerweile ist auch eine österreichische Stimme verfügbar. Des Weiteren kann die Schnelligkeit sowie der Sprachstil eingestellt werden.
  4. Betonung und Texte nachbearbeiten
    Im Script/Prompt können auch Anweisungen für die Aussprache gegeben werden. So kann man mit Bindestrichen als auch Gedankenstrichen Pausen einarbeiten sowie mit Anführungszeichen Wörter bestimmter betonen. Jede App verwendet hier andere Codes, welche jeweils in einer Dokumentation verfügbar sind. Gerade bei der Vermischung von Deutscher Sprache mit Englischen Begriffen muss man hier Wörter abändern um sie korrekt klingen zu lassen. So wird im Promt die Card zur “Kard” um das C mehr zu betonen und nicht wie im englischen auszusprechen. 
  5. Schneiden und Nachbearbeiten
    Das Schneiden sowie das Nachbearbeiten wird noch von Menschen übernommen. Hier gilt es, mit bekannten Tricks zu arbeiten und die Konsument:innen zu unterhalten. Eine Faustregel hierbei ist, dass sich alle drei Sekunden im Video zumindest etwas tun muss. Egal ob Einblendung, visueller Effekt, Audio oder spezieller Cut - die Rezipient:innen müssen unterhalten werden.
  6. Einsatz in Kampagnen
    In Kampagnen ist ein guter Mix aus Creatives eine wichtige Kennzahl um erfolgreiche Kampagnen zu messen. UGC-Ads funktionieren besonders in den Bereichen, in denen sie als nativ wahrgenommen werden. Hierzu zählen Reels, Stories, TikTok als auch YouTube Shorts.

Praktische Tools für den Einstieg

Captions (verfügbar für iOS/OS/Web und Android (Beta), ab € 69,99/Jahr)

Funktionen: Video-Editing, automatisch hinzugefügte Untertitel, Augenkontakt-Korrektur, Video-Übersetzer, Clip-Generator, Video-Kompressor, Hintergrundgeräusch-Entferner, AI-Anzeigen-Generator

Captions zeigt seine Stärken vor allem in der automatisierten Nachbearbeitung. Sowohl das einfügen von Untertiteln und das damit zusammenhängende transkribieren von Videos funktioniert intuitiv und einfach. Ein Übersetzen eines Videos in eine andere Sprache ist auch problemlos möglich. Auch bei österreichischen Dialekten macht das Tool keinen Halt. Des weiteren warten Tools wie ein Eye-Tracking mit dem kurze Ablenkungen korrigiert werden können. Das Erstellen von AI-UGC-Content ist natürlich auch mit diesem Tool möglich. Captions gibt bei erstellten Videos auch automatisiert trending Hashtags als auch Keywords sowie gesamte Captions für das Posting mit aus. 

captions.ai - verfügbar auf iOS/OS/Web und Android (Beta)

arcads.ai (verfügbar auf Web, ab € 100/Monat)

Funktionen: 100+ natürliche AI-Actors, 35+ Sprachen (inklusive österreichischem Akzent).

Dieses Tool steht voll und ganz im Sinnes des Kreierens von AI-UGC-Content. Hier kann man aus verschiedensten Avataren wählen, welche stetig erweitert werden. Auch ein österreichischer Akzent ist hier mittlerweile verfügbar. Somit steht dem Gebrauch im österreichischen Markt nichts mehr im Wege! Spezialisiert auf dieses Thema bieten sie auch viele unterschiedliche Variationen in der Sprache. Mit diesem Tool kann man die Sprache und den Stil optimal auf die Zielgruppe abstimmen.

arcads.ai - verfügbar auf Web

Herausforderungen in der Erstellung von AI-UGC

Wo man bei gewöhnlichen UGC die Möglichkeit hatte, Emotionen zu zeigen, oder auch Produkte direkt in die Kamera zu zeigen, muss man bei AI-UGC auf den Videoschnitt zurückgreifen. Vor allem wenn es sich um physische Produkte handelt, ist es aktuell noch schwierig, diese direkt in die Kurzvideos einzubinden. Mit der aktuellen Entwicklungsgeschwindigkeit wird es diese Möglichkeit jedoch künftig mit Sicherheit geben.

Fazit: Eine großartige Entwicklung, die bei weitem noch nicht am Höhepunkt ist

Die Nutzung von Tools wie Captions oder arcads.ai markiert den Beginn einer Reise, die noch lange nicht beendet ist. Die Technologie wird kontinuierlich besser, vielseitiger und zugänglicher. Auch für den österreichischen Markt gibt es nun erste Anwendungsfälle. Für Marketer bieten sich dadurch ungeahnte Chancen, kreative und kosteneffiziente Kampagnen zu realisieren.

Instagram-Accounts, welche gänzlich AI-generiert werden sind bereits am Markt. Sie bedienen teilweise Millionenpublikum und profitieren bereits von Kooperationen mit namhaften Unternehmen.

Es ist faszinierend zu beobachten, wie diese Tools nicht nur unsere Arbeitsweise revolutionieren, sondern auch Raum für neue Möglichkeiten schaffen. Zukünftig wird die Idee allein der Input sein, während Erstellung, Bewerbung, Testing und Auswertung von AI übernommen und optimiert werden.

Content Creation, User Generated Content, Performance Marketing, Content-Erstellung
Über den Autor
Tobias Krammer
Creative Strategist bei Digiknall
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Kreativer mit großer Affinität zu Zahlen. In der Freizeit gerne ab und an mit der Blasmusikkapelle unterwegs. Tobias entwickelt liebend gerne kreative Kampagnen, die knallen. Gleichzeitig Zahlenmensch, welcher Entscheidungen ungern durch ein Bauchgefühl trifft. Immer offen für einen guten Espresso.

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